
Wenn um Mitternacht der Himmel in bunten Farben erstrahlt und Böller die Nacht erhellen, stoßen wir Menschen fröhlich auf das neue Jahr an. Für viele Hunde beginnt jedoch in diesen Momenten die schlimmste Zeit des Jahres. Das grelle Licht, das laute Krachen, der Geruch von Rauch, all das ist für Hunde kein Grund zum Feiern, sondern purer Stress.
Hunde hören rund viermal besser als wir. Was für uns nur laut ist, kann für sie ohrenbetäubend wirken. Kein Wunder also, dass viele Hunde panisch reagieren. Sie zittern, hecheln, winseln, verstecken sich oder versuchen zu fliehen. Manche Hunde stehen die ganze Nacht unter Hochspannung, weil sie nicht begreifen können, dass die lauten Geräusche keine Gefahr sind.
Angst ist keine Macke
Solche Angst ist keine „Macke“, sie ist ein Ausdruck tiefen Unbehagens. Sie kann sich von Jahr zu Jahr verstärkten, wenn man sie nicht ernst nimmt. Ein frühzeitiges präventives Training ist wichtig, um rechtzeitig vorzubeugen. Schon Monate vor Silvester empfiehlt es sich, mit dem Training zu beginnen. Diese sogenannte „Geräuschdesensibilisierung” ist am effektivsten, wenn sie mit positiven Erfahrungen verknüpft wird, leise Knallgeräusche, Leckerchen, Spiel- oder Kuscheleinheiten. Schritt für Schritt, ohne Druck.
Die Umgebung
Auch die Umgebung in der Silvesternacht spielt eine große Rolle, geschlossene Rollläden, gedämpftes Licht, ruhige Musik und ein vertrauter Rückzugsort schenken Sicherheit. Spezielle Angstwesten oder Pheromone können zusätzlich unterstützen. Unsere Hunde sind jedoch Individuen, was dem einen hilft, stresst den anderen.
Kann der Tierarzt helfen?
Deshalb lohnt sich der Weg zum Tierarzt, mit dem Schwerpunkt Verhaltenstherapie oder zum Verhaltensberater, wenn ihr Hund besonders ängstlich reagiert. Es gibt heute gut verträgliche, angstlösende Medikamente und pflanzliche Präparate, die gezielt und unter fachlicher Begleitung eingesetzt werden können.
Sie selbst können auch viel bewirken, bleiben Sie ruhig, geben Sie Ihrem Hund das Gefühl, dass alles in Ordnung ist. Ihre Gelassenheit ist seine beste Stütze.
Silvester wird für viele Hunde nie ein Lieblingsfest, jedoch mit Verständnis, Geduld und fachkundiger Vorbereitung und Unterstützung können Sie Ihrem Hund helfen, diese Nacht sicherer zu überstehen. Denn Angst braucht kein Feuerwerk, sondern Vertrauen.
Wenn Sie Fragen haben können Sie sich frühzeitig kostenlos und unverbindlich unter der Mobilfunknummer 0157 88502449 melden.
(Autor: Christiane Strauch)
(Der Artikel „Silvester ist für viele Hunde kein Grund zum Feiern“ wurde in der Rheinischen Post am 14.11.2025, 12:45 Uhr veröffentlicht)
